Schatzkästlein Touraine
Im Garten Frankreichs: Schlösser, Klöster und Städte im Loiretal
Busstudienreise der Volkshochschule Aschaffenburg
Lange bevor die Könige Frankreichs im Loiretal ihre Jagdschlösser errichteten und der Adel ihnen folgte, war die Region eine blühende Kulturlandschaft. Bedeutende Klosterbauten sind sichtbare Zeugnisse der reichen Geschichte. Die Mönche von Saint-Benoît-sur-Loire holten einst die Gebeine ihres Ordens-gründers aus Montecassino hierher. In der Abbaye Royale von Fontevraud wurden Richard Löwenherz und seine Mutter Eleonore von Aquitanien bestattet, bevor in der Barockzeit die französischen Königstöchter zur Erziehung in dieses Kloster geschickt wurden. Berühmt wurde das „Tal der Könige“ aber tatsächlich durch die Fülle seiner Schlösser. Die trutzige Anlage von Fougères-sur-Bièvre wirkt noch burgartig und wehrhaft. Chambord prunkt mit seiner doppelten Wendeltreppe, die von Ideen Leonardos inspiriert sein könnte. Chenonceau, das „Schloss der Frauen“, zeigt sich sogar in Gestalt einer Brücke über den Cher. Andere Schlösser sind architektonisch vielleicht weniger bedeutend, aber interessieren wegen ihrer illustren Besucher. So ist im Schloss Saché ein Balzac-Museum eingerichtet, während man im Schlösschen von L‘Islette an die Aufenthalte von Camille Claudel und Auguste Rodin erinnert.
1. Tag: Vom Main an die Loire
Abfahrt um 06.30 Uhr in Aschaffenburg Ludwigstr. 17 gegenüber ROB. Anreise über die Autobahn Mainz – Saarbrücken – Metz – Troyes – Orléans nach Amboise im Herzen des Loire-Tals gelegen. Zimmerbezug im Novotel Amboise in ruhiger, grüner Umgebung in unmittelbarer Nähe des Zentrums von Amboise.
2. Tag: Tours, Hauptstadt der Touraine
Die gotische Kathedrale Saint-Gatien besitzt einen bedeutenden Zyklus mittelalterlicher Glasfenster. Aus der Renaissancezeit stammt das Grabmal für die als Kleinkinder verstorbenen Söhne der Anne de Bretagne. Das Grab des heiligen Martin befindet sich heute in einem neobyzantinischen Neubau. Von dort ist der Weg nicht weit zur idyllischen Place Plumereau mit ihren alten Fachwerkbauten. Am Nachmittag geht es zum Schlösschen L’Islette, wo an die unglückliche Bildhauerin Camille Claudel und ihren Geliebten Auguste Rodin erinnert wird. Anschließend laden die Gärten von Villandry mit ihren ornamental gestalteten Beeten, in denen auch Gemüse zum Schmuck wird, zur Entspannung ein.
3. Tag: Schlösser der Frauen
Nach dem Tod des Königs zwang Katharina von Medici ihre Rivalin Diane de Poitiers dazu, Chenonceaux gegen das etwas düstere Chaumont einzutauschen. Heute ist Chaumont Zentrum eines attraktiven Gartenfestivals, das innovative Gartenprojekte mit zeitgenössischer Kunst kombiniert. Das kleine Schloss Chenonceau bietet eine hochkarätige Ausstattung an Gemälden, Tapisserien und Möbeln. Aus dem kostbar vertäfelten Arbeitszimmer der Katharina von Medici blickt man, wie einst die Königinwitwe, über den Cher.
4. Tag: Vom Schloss zum Kloster
In der wald- und wasserreichen Sologne ließ Franz I. sich ein gewaltiges Jagdschloss errichten. Mit Donjon und vier Flügeln zitiert Chambord mittelalterliche Wehrarchitektur. Im Kontrast dazu steht die geradezu verspielte Dachlandschaft mit Pavillons und Kaminen, zwischen denen der Besucher herumspazieren kann, nachdem er über die geniale doppelte Wendeltreppe hinaufgestiegen ist. Das kleine Kirchlein von Germigny-des-Prés birgt ein kostbares Mosaik aus der Karolingerzeit, das als Kommentar zum Bilderstreit zu lesen ist. Der Auftraggeber, Theodulf von Orleans, war auch Abt des nahegelegenen Klosters Saint-Benoît. Dort dominiert ein mächtiger Torturm mit romanischen Kapitellen die Klosterkirche. Im Mittelpfeiler der Krypta befinden sich die Reliquien des heiligen Benedikt, die noch heute von Benediktinern gehütet werden.
5. Tag: Blois, Fougères-sur-Bièvre und Cheverny
Die um einen Innenhof angeordneten Flügel des Schlosses Blois stammen aus unterschiedlichen Epochen: Die Loggienfassade Franz I. ist im Renaissancestil errichtet. Gaston von Orléans, der intrigante Bruder Ludwig XIII., wollte im 17. Jahrhundert das gesamte Schloss erneuern, konnte aber nur einen der Flügel im „style classique“ errichten. Das wenig besuchte Schloss Fougères-sur-Bièvre wirkt noch wie ein trutziger Wehrbau. Cheverny schließlich ist ein barockes Schloss in Privatbesitz, das auch durch seine Hundemeute bekannt ist.
6. Tag: Ein Schloss, eine Stadt, ein Kloster
Das kleine Schloss Saché erführe sicher wenig Beachtung, hätte nicht Honoré de Balzac häufig hier als Hausgast geweilt. Wo der von Gläubigern geplagte Romancier bei Freunden Unterschlupf sowie freie Kost und Logis fand, richtete man ihm ein Museum ein. Die Landschaft der Touraine spiegelt sich in manchen seiner Werke. Das Städtchen Chinon mit seiner über der Vienne thronenden Festung und seinen malerischen Gassen bietet sich für eine Mittagspause an. Die Klosteranlage von Fontevraud beherbergte einst Nonnen und Mönche in vier unterschiedlichen Konventen unter der Leitung einer Äbtissin. Hier wurde Eleonore von Aquitanien an der Seite ihres Mannes Henry II. und ihres Sohnes Richard Löwenherz bestattet.
7. Tag (Sonntag, 23.05.27): Von der Loire an den Main
Rückreise nach Aschaffenburg. Rückkunft am Abend.
Leistungen:
- Fahrt im komfortablen Fernreisebus
- Kaffee und Kuchen auf der Anreise
- 4-Sterne-Hotel „Novotel Amboise“ in Amboise
- alle Zimmer mit Bad oder Dusche, WC, Flat-TV, Safe, Tee-/Kaffeezubereiter, Schreibtisch, kostenfreies WLan
- 6 x Übernachtung mit Frühstücksbuffet
- 6 x Abendessen im Hotel (3-Gang-Menü ohne Getränke)
- Eintritte Kathedrale Sain-Gatien, Schlösschen L’Islette, Schloss und Gärten von Villandry, Chaumont Gartenfestivals, Schloss Chenonceau, Jagdschloss Chambord, Schloss Blois, Schloss Fougères-sur-Bièvre, Schloss Saché, Schloss Cheverny, Klosteranlage Fontevraud
- örtliche City-Taxe der Stadt Amboise
- Reiseleitung durch Frau Dr. Peters während der gesamten Reise
- alle Rundfahrten gemäß Programm
Termin & Preise:
17.05. – 23.05.27 (Mo-So) – 7 Tage € 1.585,-
EZ-Zuschlag € 280,-
Hinweise:
Mindestteilnehmerzahl: 30 Personen
Reiseleitung und Reiseorganisation: Gabriele Bokr
Anmeldeschluss: 17.02.27 (spätere Anmeldungen auf Anfrage)
Im Reisepreis sind Eintritte und Führungen im Wert von € 230,- enthalten. Trinkgelder und evtl. zusätzliche Eintritte sind nicht im Reisepreis enthalten. Programmänderungen vorbehalten.
Zustiege:
Großheubach, Obernburg, Großwallstadt, Niedernberg, Aschaffenburg

